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Sanierung der Dorfkirche wird termingerecht abgeschlossen


Seit dem 18. Mai 2020 ist die Innenrenovation der Kirche im Gange.

Bilder über den Baufortschritt der Innenrenovation finden Sie hier !

Ab 13. Februar 2021 finden in der evangelisch-reformierten Kirche wieder Gottesdienste statt. Von März bis Mai wird sie mit verschiedenen Anlässen gebührend eingeweiht. In diesen Tagen wird das Projekt Innenrenovation, Umgestaltung und Erweiterung der Dorfkirche 60 Jahre nach der letzten Innensanierung termingerecht abgeschlossen. Während der anderthalbjährigen Bauzeit wurde die Kirche zudem um ein Nebengebäude ergänzt, mit einem barrierefreien Zugang ausgestattet sowie die unterirdischen Lagerräume und die WC-Anlage den heutigen Ansprüchen angepasst. Nach derzeitigem Kenntnisstand werden die budgetierten Gesamtkosten von 6,8 Millionen Franken eingehalten.

Als nächstes steht ab Januar mit der Sanierung der Orgel ein weiteres aufwendiges Vorhaben an, das während mehrerer Wochen den Innenraum in Anspruch nimmt. Aus diesem und betrieblichen Gründen können bis gegen Ende März keine Anlässe in der Kirche stattfinden. Ausnahme bilden die ordentlichen Gottesdienste der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde, welche ab dem 13. Februar 2022 ohne Orgelbegleitung wieder möglich sind.

Im Frühling wird die in neuem Glanz erstrahlende Dorfkirche Herisau mit verschiedenen Anlässen gebührend eingeweiht. Den Anfang setzt am Samstag, 26. März, ein Tag der offenen Tür, gefolgt von einem Festgottesdienst am Sonntag, 27. März. Am Sonntag, 24. April, offerieren die ortsansässigen Stiftungen, welche bereits die Sanierung grosszügig finanziell unterstützt haben, der Bevölkerung ein Sinfoniekonzert des Swiss Orchestra. Und am Samstag, 21. Mai, tritt Organist Markus Kühnis mit Querflötistin Martina Jucker auf Einladung des Vereins Dorfkirche auf. An diesem Konzert sollen die Möglichkeiten der revidierten Orgel demonstriert werden.

Porträt der Kirche


Die reformierte Kirche Herisau ist der wohl bedeutendste Sakralbau des Landes Appenzell. Sie steht auf einem Geländesporn, ist gegen Osten ausgerichtet und war einst vom Friedhof umgeben. Der Platz westlich der Kirche, den heute mehrere bedeutende Kaufmannshäuser aus dem 18. Jahrhundert säumen, ist der ursprüngliche Kern der Ortschaft. 837 ist sie mit dem Namen ‚Herinisauwa‘  erstmals urkundlich genannt. Bereits 907 wird eine erste Kirche erwähnt. Sie war dem Heiligen Erlöser geweiht. Im Mittelalter wurde St. Laurentius Schutzheiliger der Kirche. Aus dieser Zeit sind unterirdisch noch Mauerzüge nachweisbar. Der Unterteil des Kirchturms stammt wohl aus dem 14. Jahrhundert. Die heutige spätgotische Kirche wurde erbaut in den Jahren 1516 bis 1520 (Einweihung durch den Bischof von Konstanz).

1529 trat Herisau als letzte Gemeinde der äusseren Rhoden zur Reformation über und übernahm damit vom Abt des Klosters St. Gallen die volle Kirchengewalt. In der Folge wurden Kirchenschiff und Chor wesentlich verändert. 1741 wurden die heutige Glockenstube und der Turmhelm errichtet (Johannes Grubenmann).

In den Jahren 1782/83 erfolgte eine grundlegende Renovation. Rokoko-Stuckaturen wurden im spätgotischen Netzgewölbe angebracht. Ebenso wurden eine neue Kanzel und ein neuer Taufstein aus Stuckmarmor gestaltet (Andreas Moosbrugger). Eine Empore gab dem Kirchenschiff zusätzlich ein neues Gesicht.

1807 wurde aus dem aufgehobenen Kloster Salem eine 9,12 t schwere und reich verzierte Glocke (Franz Anton Grieshaber, 1756) für 8000 Gulden gekauft und im Kirchturm angebracht. Sie ist damit die zweitschwerste Glocke der Schweiz. Die alten Glocken wurden in der Folge eingeschmolzen und neu gegossen, so dass heute bei besonderen Gelegenheiten das ganze harmonische Geläut von sechs Glocken zu hören ist.

Glockengeläut der evang.-ref. Kirche Herisau

Hören Sie hier das grosse Geläute mit den Glocken 1, 2, 3, 5 und 6.

Die Herrgottsglocke läutet

Die grösste Glocke der evang.-ref. Kirche Herisau ertönt. Einzig die Angaben zum Gewicht liegen nicht bei 5500 kg, sondern bei 9120 kg. Damit ist sie nach der grössten Glocke im Berner Münster die zweitschwerste der Schweiz.


Hier die 6 Glocken der evang.-ref. Kirche Herisau St. Laurentius:

Schlagton Nr./Name Gewicht Gussjahr Giesser
ges° 1/Herrgottsglocke 9120 kg 1756 Franz Anton Grieshaber, Waldshut
2 3428 kg 1871 Jakob II. Keller, Zürich-Unterstrass
des' 3 2516 kg 1871 Jakob II. Keller, Zürich-Unterstrass
f' 4 1757 kg 1871 Jakob II. Keller, Zürich-Unterstrass
ges' 5 1059 kg 1871 Jakob II. Keller, Zürich-Unterstrass
b' 6 743 kg 1871 Jakob II. Keller, Zürich-Unterstrass

1959/60 erfolgte die letzte Gesamtrenovation von Kirche und Turm samt Einbau einer neuen Orgel auf der Empore (Orgelbau Kuhn AG, Männedorf). Seit 1961 sind die drei Spitzbogenfenster in der Mitte des Chors mit Glasgemälden von Köbi Lämmler versehen. 2000 wurde die Kirche, die sich im Eigentum der Politischen Gemeinde Herisau befindet, aussen renoviert.

Die Innenrenovation ist seit dem 18. Mai 2020 im Gange und dauert bis Ende 2021. In dieser Zeit steht die Kirche für Gottesdienste und Veranstaltungen nicht zur Verfügung.
Bilder über den Baufortschritt der Innenrenovation finden Sie hier !

Die reformierte Kirche in Herisau - ein Kulturdenkmal